Aktuell

Erster Grazer Grundschulkongress

1. Grazer Grundschulkongress - ein voller Erfolg!
Im Fokus: Forschungsexpertisen und Entwicklungslinien

Graz war von 2. bis 4. Juli 2018 nicht nur -wie im musikalischen Auftakt besungen- „city of my heart“, sondern auch Treffpunkt für Forscherinnen und Forscher bzw. interessierte GrundschulpädagogInnen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol.
In ihren Eröffnungsreden betonten die RektorInnen, Dr.in Elgrid Messner, PHSt und Dr. Siegfried Barones, KPH Graz, die große Bedeutung der Grundschule bzw. die vielfältigen Erwartungen, welche an diese erste, allgemeine und grundlegende Schulform gestellt werden. „Wir brauchen in diesem Bereich vermehrt Grundlagenforschung, damit evidenzbasierte Ergebnisse in der Folge auch in die Bildungspolitik einfließen“, so Barones.

Den InitiatorInnen dieser dreitätigen Veranstaltung, Dr.in Andrea Holzinger, PHSt und David Wohlhart, KPH Graz, ist mit diesem Kooperationsprojekt der beiden pädagogischen Hochschulen gelungen, ein kräftiges Lebenszeichen zur Forschung im Grundschulbereich zu setzen.

Dr.in Andrea Holzinger, PHSt und David Wohlhart, KPH Graz

In ihrer Key-Note thematisierte Univ.-Prof.in Dr.in Friederike Heinzel, Universität Kassel, das Hineinwachsen von Kindern in komplexe soziale Bezüge und stellte in der Folge Zentralkonzepte der Primarstufenpädagogik bzw. der Kindheitsforschung vor. „Kinder müssen sich als Akteure im Spannungsfeld zwischen Schule und soziokulturellen Orientierungen bewähren lernen.“

Univ.-Prof.in Dr.in Friederike Heinzel, Universität Kassel

Univ.-Prof. Dr. Hans Brügelmann stellte in einem weiteren Hauptreferat Entwicklungsmodelle des Lesens und Schreibens vor und appellierte: „Kinder brauchen offene Lernräume, die Personalisierung „von unten“ erlauben.“ Freies Schreiben von Anfang an sei dafür eine gut geeignete Methode.

Univ.-Prof. Dr. Hans Brügelmann, Dr.in Andrea Holzinger und David Wohlhart

HS-Prof. Dr. Christian Bertsch, PH Wien, sorgte in seinem Beitrag zum forschenden Lernen nicht nur mit erwartungswidrigen Zaubertricks aus der Naturwissenschaft für Unterhaltung. Er bewies Größe als Wissenschaftler. Obwohl er vehement für forschendes Lernen eintritt, legte er Studien vor, die aufzeigten, dass forschendes Lernen nicht besonders lernwirksam ist, wenn es bei einem "... bloßen Tätigkeitsaktivismus, wie z.B. mit dem Nachbauen fertiger Experimentieranleitungen oder auch mit reichhaltig aussehenden Stationenbetrieben" bleibt. Damit sei nichts zu gewinnen. Hands-on reicht nicht aus. Es geht auch um Minds-on!

HS-Prof. Dr. Christian Bertsch, PH Wien

Univ.-Prof.in Dr.in Annedore Prengel, Universität Potsdam, gab mit ihren 12 Bausteinen Inklusiver Didaktik und den fünf Handlungsoptionen der Inklusiven Pädagogik Einblicke in ihre eigene intensive Forschungsarbeit. Von besonderer Bedeutung ist die Beziehungsebene: „Alle Kinder brauchen, um sich entwickeln zu können, Erwachsene, die verlässliche, feinfühlige Beziehungen zu ihnen pflegen.“ Ebenso zentral ist die Anerkennung der Gleichwertigkeit von Differenz.

Großer Dank gilt den Vorbereitungsteams an beiden Hochschulen, sie haben diese „Premiere“ mit über 300 TeilnehmerInnen hoch motiviert und professionell gestaltet.

AVISO und herzliche Einladung:
2. Grazer Grundschulkongress
1. bis 3. Juli 2020
Bericht und Fotos: Elisa Kleißner
Weitere Informationen: www.ggsk.at
Den Bilderreigen zum Kongress gestaltete Martin Größler, PHSt